
Bangladesch: Rohingya-Kinder in Flüchtlingslagern in Gefahr
Das Wichtigste in Kürze
Seit sie 2017 aus Myanmar vertrieben wurden, leben mehr als 1,2 Millionen Rohingya im größten Flüchtlingslager der Welt in Bangladesch unter extrem schwierigen Bedingungen.
Die provisorischen Behausungen bieten kaum Schutz – Starkregen und Stürme, aber auch Brände richten regelmäßig großen Schaden an.
Die Kinder im Rohingya-Camp brauchen dringend sauberes Trinkwasser, eine medizinische Grundversorgung und Zugang zu Bildung – Ihre Spende hilft dabei.
Aktuelle Situation der Rohingya in Bangladesch
Knapp 1,2 Millionen Rohingya sind seit 2017 gewaltsam aus ihrer Heimat Myanmar vertrieben worden und in das Nachbarland Bangladesch geflüchtet (Stand: September 2025). Es ist unklar, ob und wann sie zurückkehren können. Dicht gedrängt leben sie in provisorischen Unterkünften in 33 teils riesigen Flüchtlingscamps im Distrikt Cox's Bazar. Die medizinische Versorgung und die hygienischen Verhältnisse in den Lagern sind teils katastrophal. Viele Kinder können nicht regelmäßig zur Schule gehen und hinken in ihrer schulischen Bildung stark hinterher.
Besonders dramatisch wird die Situation während der Monsunmonate: Die einfachen Hütten aus Bambus, Wellblech und Zeltplanen haben Wind und Starkregen nicht viel entgegenzusetzen. Auch Latrinen, Schulen und Kinderschutzzentren werden regelmäßig beschädigt. Durch defekte Toilettenanlagen und Wassersysteme breiten sich Infektionskrankheiten wie Cholera und Dengue-Fieber aus und bedrohen das Leben der Kinder.
Die UNICEF-Mitarbeiter*innen sind seit dem Anfang der Rohingya-Flüchtlingskrise 2017 vor Ort. Sie unterstützen die Kinder und ihre Familien mit sauberem Wasser, medizinischer Grundversorgung und mit dem Aufbau von Notschulen. Insbesondere während der Monsun-Zeit kümmern sich unsere Helfer*innen ständig darum, beschädigte Einrichtungen zu reparieren oder neu aufzubauen.

Bild 1 von 5 | Die geflüchteten Rohingya haben kaum eine Möglichkeit, einen Lebensunterhalt zu verdienen und sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.
© UNICEF/UNI622041/Njiokiktjien
Bild 2 von 5 | Die Hütten im Camp sind meist aus Bambus und Planen gebaut. Den heftigen Regenfällen in der Monsunzeit halten sie nicht stand – und auch die Brandgefahr ist hoch. Regelmäßig werden Behausungen zerstört oder fortgespült.
© UNICEF/UNI622222/Njiokiktjien
Bild 3 von 5 | Sauberes Trinkwasser ist entscheidend, um die Ausbreitung von Krankheiten wie Cholera im Camp zu verhindern. UNICEF arbeitet vor Ort daran, die Rohingya im Lager mit sauberem Wasser zu versorgen.
© UNICEF/UNI878444/Mukut
Bild 4 von 5 | Die zweijährige Sofiba wird von einer Gesundheitshelferin auf Mangelernährung untersucht. Schon kurz nach ihrer Geburt war Sofiba krank geworden, weil ihre Mutter Rubeda und ihre Familie während der Schwangerschaft nicht genug zu essen hatten.
© UNICEF/UNI622138/Njiokiktjien
Bild 5 von 5 | Die Viertklässlerin Subaira und ihre große Schwester sitzen mit ihrem Schulbuch in ihrer Unterkunft im Flüchtlingscamp in Cox‘ Bazar. Viele Rohingya-Kinder können nicht regelmäßig zur Schule gehen. Stattdessen versuchen in den behelfsmäßigen Unterkünften zu lernen.
© UNICEF/UNI866984/
Mit 700.000 Bewohner*innen ist Kutupalong die größte der Ansiedlungen und das größte Flüchtlingslager der Welt (Stand September 2025). Unser Drohnen-Video zeigt die gigantischen Ausmaße des Lagers.
So hilft Ihre Spende für die Rohingya
So helfen wir geflüchteten Rohingya in Bangladesch
Unsere UNICEF-Mitarbeiter*innen helfen den geflüchteten Kindern mit sauberem Wasser, mit medizinischer Grundversorgung und auch mit psychosozialen Angeboten. Die Kinder in den Camps brauchen weiter unsere Hilfe.
So unterstützen wir die Rohingya in Bangladesch
Mangelernährten Kindern helfen wir mit Spezialnahrung. Und wir zeigen Eltern, wie sie mit einer Oberarmmessung selbst überprüfen, ob ihre Kinder zugenommen haben.
Um die Gefahr von ansteckenden Krankheiten wie Cholera zu minimieren, hat UNICEF Hunderttausende Kinder in den Camps gegen die gefährliche Durchfallerkrankung geimpft.
Wir haben zahlreiche Notschulen in den Camps eingerichtet. Zehntausende Kinder können dadurch weiter zur Schule gehen.
Hunderttausende Rohingya erhalten von UNICEF sauberes Trinkwasser. UNICEF hat in den Camps außerdem einfache Toiletten-Anlagen installiert.
UNICEF hat in den Camps Kinderzentren aufgebaut, in denen die Kinder spielen können. Die Jugendlichen können sich in eigenen Jugendclubs treffen.
Ohne Eltern und ohne regelmäßigen Schulbesuch sorgt sich die 14-jährige Kulsum (Name geändert) im Rohingya-Flüchtlingslager in Cox’s Bazar, ob sie jemals auf eigenen Beinen stehen wird.
Hintergrundinformationen: Fragen und Antworten zur Rohingya-Krise
Die Rohingya sind eine muslimische Minderheit, die lange Zeit im überwiegend buddhistischen Myanmar lebte. Sie sind staatenlos und werden von Myanmar nicht als Staatsbürger*innen anerkannt. In Myanmar werden sie seit Jahrzehnten diskriminiert und verfolgt. Sie dürfen zum Beispiel dort nicht wählen und haben keinen Zugang zu höherer Bildung. Die meisten Rohingya sind deshalb sehr arm. Die Vereinten Nationen bezeichnen sie dadurch als die "am stärksten verfolgte Minderheit der Welt".
Seit August 2017 sind mehr als eine Million Rohingya vor Gewalt und Menschenrechtsverletzungen aus Myanmar geflohen. Die meisten von ihnen siedeln sich in den riesigen Flüchtlingslagern in Bangladesch an.
Viele Rohingya-Kinder haben bei der Vertreibung aus ihrer Heimat Schreckliches erlebt und sind durch Hunger und Gewalt traumatisiert. In den überfüllten Camps ist die Versorgung mit Nahrung und sauberem Wasser oft nicht ausreichend. Dadurch steigt für die Kinder die Gefahr, an schweren Krankheiten wie Cholera oder Dengue-Fieber zu erkranken. Häufige Überschwemmungen, Erdbeben und Brände erschweren die Situation für die Familien zusätzlich. Ein regelmäßiger Schulbesuch ist für viele Kinder in den Camps nicht möglich. Oft gehen sie lange Zeit nicht zur Schule und haben daher noch schlechtere Chancen auf eine gute Zukunft.
Derzeit ist unklar, ob und wann die Rohingya in ihre Heimat Myanmar zurückkehren können. UNICEF ist gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen weiterhin vor Ort, um die Kinder und ihre Familien mit dem Nötigsten zu unterstützen. Unsere Helfer*innen versorgen die Kinder mit lebenswichtigen Impfungen, sauberem Wasser und Nahrungsmitteln und bemühen sich, möglichst vielen Kindern einen Schulbesuch zu ermöglichen.
Als staatenlose Minderheit haben die Rohingya keinen gesicherten rechtlichen Status. Sie können kein Land erwerben oder einer regulären Arbeit nachgehen. Daher haben die Rohingya in Bangladesch kaum eine Möglichkeit, sich und ihre Familien zu versorgen. Die schwierigen Umstände in den Flüchtlingscamps und der eingeschränkte Zugang zu Schulen und Arbeit bietet kaum Zukunftsperspektiven, sodass die Geflüchteten oft langfristig auf Unterstützung angewiesen sind.
Warum UNICEF?
Sie fragen sich, warum Sie für UNICEF spenden sollten? Ganz einfach:
Ihre Spende verändert Kinderleben. Unsere Teams helfen den Kindern vor Ort. Und Sie von zuhause aus.
- Sie spenden – und wir impfen Aichata in Mali als Baby gegen Malaria, damit sie besser vor der tödlichen Krankheit geschützt ist.
- Sie spenden – und wir geben dem 18-monatigen Nasratullah in Afghanistan therapeutische Nahrung, damit er wieder Energie hat zum Spielen.
- Sie spenden – und wir bohren in Tansania ein Wasserloch im Dorf von Tausi, damit die Elfjährige nicht mehr stundenlang unterwegs ist zum Wasserholen und wieder zur Schule gehen kann.
UNICEF wurde 1946 als Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen gegründet. Seitdem setzen wir uns in über 190 Ländern für die Kinderrechte und für Kinder in Not ein. Jedes Kind ist uns gleich wichtig – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Besonders kümmern wir uns um die ärmsten und am meisten benachteiligten Kinder: Kinder in Krisenregionen, entlegenen Dörfern oder auf der Flucht.
Wir arbeiten mit Regierungen und lokalen Organisationen zusammen, um gemeinsam das Beste für die Kinder zu erreichen und ihnen direkt während einer Krise, aber auch langfristig zu helfen. Unsere Partner vertrauen uns, weil wir seit Jahrzehnten weltweit als Hilfsorganisation für Kinder anerkannt sind.
Wir sind Profis in Sachen Logistik und geübt darin, Kindern bei Krisen und Katastrophen schnell zu helfen. Das ist wichtig, denn für Kinder in Not zählt jede Minute. Innerhalb von 72 Stunden bringen wir unsere Hilfsgüter in jeden Winkel der Erde.
Wie wir das machen? Wir haben ein riesiges Warenlager in Kopenhagen – das größte humanitäre Lager weltweit. Hier verpacken wir unsere Hilfsgüter und verschicken sie dorthin, wo Kinder sie bereits dringend erwarten. Dazu kommen fünf weitere große UNICEF-Warenlager sowie hunderte kleinere Regionallager auf den verschiedenen Kontinenten. Weit über Tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um die Beschaffung und Lieferung von UNICEF-Hilfsgütern, um Kinder und Familien für eine gesündere, sicherere und hoffnungsvollere Zukunft zu rüsten: Von Spezialnahrung und Impfstoffen bis hin zu Erste-Hilfe-Sets und Schulrucksäcken – die UNICEF-Logistik-Experten sorgen dafür, dass die wertvolle Fracht heil am richtigen Ort ankommt, egal ob per Flugzeug, Lastwagen, Schiff oder manchmal auch per Motorrad oder Lastesel.
In unserem jährlichen Geschäftsbericht erfahren Sie, wie viel Geld UNICEF Deutschland eingenommen hat, in welche Länder wir die Spendengelder überwiesen haben und wie sie den Kindern vor Ort in dem Jahr konkret geholfen haben. Sie können sich im Geschäftsbericht auch darüber informieren, wie hoch die interne Kostenquote bei UNICEF Deutschland ist und wie viel wir zum Beispiel für Personal und Spendenwerbung ausgeben.
Das DZI-Spendensiegel bestätigt seit Jahren unsere verantwortungsvolle Verwaltung der Spendengelder. UNICEF Deutschland lässt sich regelmäßig prüfen, um höchste Transparenz und Seriosität zu gewährleisten. Mit dem DZI-Spendensiegel gehören wir seit vielen Jahren zu den besonders vertrauenswürdigen Spendenorganisationen.
Allein kann man wenig bewirken, gemeinsam aber viel. Mit Ihrer Spende werden Sie Teil einer großen UNICEF-Gemeinschaft. Über 300.000 Menschen in Deutschland unterstützen unsere Programme mit einer Dauerspende – zum Beispiel für Ernährung, Gesundheit, Bildung und Kinderschutz.
Dazu kommen Hunderttausende Einzelspenderinnen und -spender, Tausende Ehrenamtliche, zahlreiche Unternehmen sowie viele Prominente, die sich für UNICEF engagieren. Gemeinsam können wir die Welt für Kinder verändern.

UNICEF: Seit Jahrzehnten sind wir für Kinder im Einsatz, weltweit in über 190 Ländern.
© UNICEF/UNI610093/Dejongh